Konrad Peutinger
Konrad Peutinger (* 14. Oktober 1465 in Augsburg; † 28. Dezember 1547 in Augsburg) war ein Jurist, Humanist und Antiquar.
Als Augsburger Stadtschreiber war er einer der wichtigsten Politiker der Reichsstadt in der Reformationszeit. Er beriet Kaiser Maximilian I. wie auch dessen Nachfolger Karls V.
Peutinger stammte aus einer angesehenen Kaufmannsfamilie der Reichsstadt Augsburg. Er schlug nach dem Studium in Bologna und Padua, wo er zum Doktor beider Rechte promovierte, eine Laufbahn als Jurist ein. Dabei lernte er die Bewegung des Humanismus intensiver kennen, die ihn lebenslang begleiten sollte. 1493 wurde er zum Syndikus in seiner Vaterstadt Augsburg erwählt. Als Abgeordneter derselben wohnte er mehreren Reichstagen bei, wie z.B. dem Reichstag zu Worms 1521 und wurde von Maximilian I. zum kaiserlichen Rat ernannt. Peutinger war von 1497 bis 1534 zudem Stadtschreiber in Augsburg. Auch wenn die Verbindungen zu Maximilians Nachfolger Karl V. lockerer waren, konnte Peutinger seine Position in Augsburg wie auf überregionaler Ebene zunächst noch behaupten. Erst 1534, als nach dem Scheitern seiner Politik, die auf einen Ausgleich zwischen den streitenden Religionsparteien zielte, die Reformation in Augsburg eingeführt wurde, trat er von seinem Amt als Stadtschreiber zurück. Er starb 28. Dezember 1547 in Augsburg. Zuvor wurde er von Kaiser Karl V. in den erblichen Adelsstand erhoben.
Neben der Pflege der Kontakte zu anderen humanistischen Gelehrten wie z.B. Erasmus von Rotterdam erhielt sich Peutinger die Verbindungen nach Italien, um sich weiterhin zahlreiche neue Bücher juristischen oder humanistischen, das heißt auch altsprachlich-philologischen Inhaltes, kommen zu lassen. Peutinger interessierte sich aber nicht nur für Bücher aus Italien, er hatte auch Kontakte zu Druckern in seiner Heimatstadt Augsburg, in Basel und in Straßburg. Über die Straßburger dürfte er auch mit dem Humanisten Jacob Sturm im Kontakt gestanden haben. Im Laufe der Jahre sammelte Peutinger so eine überaus beachtliche Bibliothek an. Zu seinen Freunden gehörte auch der Nürnberger Kaufherr und Humanist Willibald Pirckheimer, der wiederum mit dem bekannten Maler Albrecht Dürer befreundet war. Das Zusammentragen einer für damalige Verhältnisse außergewöhnlich großen Bibliothek entspricht dieser Geisteshaltung. Von ihm haben wir weiterhin die Tabula Peutingeriana, eine Karte des Verkehrs- und Straßennetzes des antiken Römischen Reiches.
Peutinger war auf dem Reichstag zu Worms im Jahr 1521 während der Verhandlung der "Causa Lutheri" anwesend. Sein Bericht über diese Verhandlung für den Augsburger Rat ist erhalten geblieben und für den tatsächlichen Verlauf der Verhandlung, in der Martin Luther die Leugnung seiner Schriften ablehnte, eine wichtige Quelle. Dieser Bericht liegt u.a. durch den Kirchenhistoriker Theodor Kolde in seinen Analecta Lutherana ediert vor.
Seine Schriften sind für die Altertumskunde in Deutschland von Wichtigkeit, darunter besonders verdienstlich die "Inscriptiones romanae" (Augsb. 1520). Peutinger gab auch als Erster die Historia Gothorum des Jordanes und die Historia gentis Langobardorum des Paulus Diaconus heraus.
In seiner Heimatstadt Augsburg erinnern heute z.B. ein Straßenname und natürlich das Peutinger-Gymnasium an ihn.



